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Gottesdienste für Kinder

Kinderkirche Familiengottesdienst

Kindertreff am Samstag

jeden Samstag

10:00 bis 12:00 Uhr

im Pfarrheim, Höhestr. 12
51399 Burscheid

Info und Anmeldung bei:

Ursula Holtzmann

tagsüber:
Tel. 02 14 - 3 02 66 32

abends:
Tel. 0 21 74 - 6 10 37

15. Sonntag im Jahreskreis

25 Und siehe, ein Gesetzeslehrer stand auf, um Jesus auf die Probe zu stellen, und fragte ihn: Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu erben?
26 Jesus sagte zu ihm: Was steht im Gesetz geschrieben? Was liest du?
27 Er antwortete: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzen Seele, mit deiner ganzen Kraft und deinem ganzen Denken, und deinen Nächsten wie dich selbst.
28 Jesus sagte zu ihm: Du hast richtig geantwortet. Handle danach und du wirst leben!
29 Der Gesetzeslehrer wollte sich rechtfertigen und sagte zu Jesus: Und wer ist mein Nächster?
30 Darauf antwortete ihm Jesus: Ein Mann ging von Jerusalem nach Jericho hinab und wurde von Räubern überfallen. Sie plünderten ihn aus und schlugen ihn nieder; dann gingen sie weg und ließen ihn halbtot liegen.
31 Zufällig kam ein Priester denselben Weg herab; er sah ihn und ging vorüber.
32 Ebenso kam auch ein Levit zu der Stelle; er sah ihn und ging vorüber.
33 Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam zu ihm; er sah ihn und hatte Mitleid,
34 ging zu ihm hin, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie. Dann hob er ihn auf sein eigenes Reittier, brachte ihn zu einer Herberge und sorgte für ihn.
35 Und am nächsten Tag holte er zwei Denare hervor, gab sie dem Wirt und sagte: Sorge für ihn, und wenn du mehr für ihn brauchst, werde ich es dir bezahlen, wenn ich wiederkomme.
36 Wer von diesen dreien meinst du, ist dem der Nächste geworden, der von den Räubern überfallen wurde?
37 Der Gesetzeslehrer antwortete: Der barmherzig an ihm gehandelt hat. Da sagte Jesus zu ihm: Dann geh und handle du genauso!

Eine Sprichwort sagt: „Geteiltes Leid ist halbes Leid“. Vielleicht hast du es schon mal gehört oder hast erlebt, wie gut es tut, wenn sich jemand um dich sorgt, dir hilft oder einfach für dich da ist. Jesus ist wichtig, dass wir Menschen „einen Blick füreinander“ haben und auf einander achten – egal, ob es mein Freund oder ein Fremder oder sogar mein Feind ist. Eben weil wir glauben, dass jeder Mensch etwas von Gott in sich trägt und sein Abbild ist.

 

Der Gesetzeslehrer kennt sich in den Heiligen Schriften des Alten Bundes gut aus und weiß, wie man als frommer Jude – heute würden wir sagen, als guter Christ – leben muss. Was ihm fehlt und was Jesus mit seiner Erzählung vom helfenden Samariter sagen möchte ist: Erstens, dass nicht nur fromme Worte helfen, sondern es müssen auch die Taten folgen. Zweitens, dass wir allen Menschen Gutes tun sollen und nicht nur den uns Vertrauten und die, die wir lieben oder von denen wir geliebt werden. All unsere Mittel und Möglichkeiten sind dazu einzusetzen. Orientierung bieten die Gesetze der Religion oder des Staates. Manchmal muss man aber auch „gegen das Gesetz“, das meint „barmherzig“, handeln.

 

(Martin Bartsch)

Das Wort „Samariter“ hat in den Ohren der Schriftgelehrten ungefähr so geklungen wie zu Zeiten des kalten Krieges der Begriff 'Russe'. Das Volk der Samariter verkörperte das genaue Gegenteil von allem, was Israel heilig war: Sie hatten nicht den rechten Glauben, dafür die falsche Abstammung und beteten auf einem Berg anstatt im Tempel. Unberührbare sozusagen.

Dass nun ausgerechnet ein Samariter Gottes Gebot befolgt und nicht die hohen jüdischen Würdenträger, macht das Gleichnis Jesu enorm provokativ. Nur so konnte er deutlich machen, dass Moral eine Sache des Augenblicks ist. Frühere Verdienste entlassen niemanden aus der Pflicht, hier und heute zu tun, was recht ist. Der Blick auf die eigene Würde darf nicht dazu führen, den Blick auf den Not leidenden Mitmenschen zu verweigern. Selbstzufriedenheit wird leicht zur Versuchung, sich nicht mehr vom Elend anderer betreffen zu lassen.

Interessant ist aber auch der Schluss der Geschichte. Der Samariter kann auch seine weitere Sorge delegieren. Auch dabei darf er ein gutes Gewissen haben.

Zur frohen Botschaft wird diese Bibelstelle aber erst mit Blick auf den Beginn. Gott und die Mitmenschen zu lieben, ist ein und dasselbe. Die Liebe zu Gott, die nichts anderes sein kann als Dankbarkeit für seine vorausgehende, ewige und grenzenlose Liebe, wirkt sich selbstverständlich darin aus, seine Mitmenschen zu lieben. Wellness-Spiritualität schafft das nicht.

 

(Diakon Dr. Andreas Bell)