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Gottesdienste für Kinder

Kinderkirche Familiengottesdienst

Kindertreff am Samstag

jeden Samstag

10:00 bis 12:00 Uhr

im Pfarrheim, Höhestr. 12
51399 Burscheid

Info und Anmeldung bei:

Ursula Holtzmann

tagsüber:
Tel. 02 14 - 3 02 66 32

abends:
Tel. 0 21 74 - 6 10 37

24. Sonntag im Jahreskreis

n jener Zeit trat Petrus zu Jesus und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versündigt? Siebenmal? Jesus sagte zu ihm: Nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal.
Mit dem Himmelreich ist es deshalb wie mit einem König, der beschloss, von seinen Dienern Rechenschaft zu verlangen.
Als er nun mit der Abrechnung begann, brachte man einen zu ihm, der ihm zehntausend Talente schuldig war.
Weil er aber das Geld nicht zurückzahlen konnte, befahl der Herr, ihn mit Frau und Kindern und allem, was er besaß, zu verkaufen und so die Schuld zu begleichen.
Da fiel der Diener vor ihm auf die Knie und bat: Hab Geduld mit mir! Ich werde dir alles zurückzahlen.
Der Herr hatte Mitleid mit dem Diener, ließ ihn gehen und schenkte ihm die Schuld.
Als nun der Diener hinausging, traf er einen anderen Diener seines Herrn, der ihm hundert Denare schuldig war. Er packte ihn, würgte ihn und rief: Bezahl, was du mir schuldig bist!
Da fiel der andere vor ihm nieder und flehte: Hab Geduld mit mir! Ich werde es dir zurückzahlen.
Er aber wollte nicht, sondern ging weg und ließ ihn ins Gefängnis werfen, bis er die Schuld bezahlt habe.
Als die übrigen Diener das sahen, waren sie sehr betrübt; sie gingen zu ihrem Herrn und berichteten ihm alles, was geschehen war.
Da ließ ihn sein Herr rufen und sagte zu ihm: Du elender Diener! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich so angefleht hast.
Hättest nicht auch du mit jenem, der gemeinsam mit dir in meinem Dienst steht, Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte?
Und in seinem Zorn übergab ihn der Herr den Folterknechten, bis er die ganze Schuld bezahlt habe.
Ebenso wird mein himmlischer Vater jeden von euch behandeln, der seinem Bruder nicht von ganzem Herzen vergibt.

Jesus erzählt hier ein Gleichnis, also eine Beispielgeschichte, um dem Petrus zu erklären, was er gemeint hat.
Der Diener in der Geschichte schuldet seinem Herrn 10.000 Talente, das ist eine unvorstellbar hohe Summe, mehr als ein König damals in 10 Jahren einnahm und deshalb hätte der Diener es nie zurückzahlen können.
Der andere Diener schuldet 100 Denare, das ist eine Summe, die 600.000mal kleiner ist, als das was der König ihm geschenkt hat.
Jesus wollte damit sagen, das es bei der Vergebung keine Grenze gibt. Wenn ich mit ehrlichem Herzen um Vergebung bitte und bereue, wird mir verziehen. Aber ich muss es genauso machen!

 

(Georg Kalkum)

 

Das Evangelium des heutigen Sonntags kann man auf zweierlei Weise verstehen. Erstens: Wer nicht viele gute Werke tut, wird von Gott für seine Sünden zur Rechenschaft gezogen und bestraft.
Zweitens: Im Sinne Jesu. Also als Illustration der Vater-unser-Bitte: Und vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Es ist nämlich mit der Vergebung eine eigenartige Sache. Man kann sie nur weiterschenken.
Was ist eigentlich Vergebung? Vergeben heißt ja nicht vergessen oder ungeschehen machen, sondern angesichts einer Schuld trotzdem mit dem reuigen Schuldigen weiterzuleben. Eigentlich ist das unmöglich. Man müsste ja dumm sein und gegen seine berechtigten Interessen handeln. Von Natur aus wollen wir Gerechtigkeit, bestenfalls Fairness, aber keine Vergebung schenken.


Man kann sie nur weiterschenken. Nur wer selber Vergebung erfährt, wird fähig, selber zu vergeben. Nur wer selber schuldig geworden ist, ganz ohne Ausrede und Entschuldigung, und dann trotzdem unverdient von dem Geschädigten die Hand gereicht bekommt, weiß was Vergebung ist. Im Idealfall verwandelt sich seine Dankbarkeit in die Fähigkeit, auch einmal selbst Vergebung zu gewähren.


Für Christen bedeutet das, die vergebende Liebe Gottes gerne in Anspruch zu nehmen. Das setzt die Einsicht in die eigene Sündhaftigkeit voraus. Aber dem eigenen Gewissen stellen kann sich nur, wer sich von Gott in treuer, unverbrüchlicher Liebe geborgen weiß.


Das sind die drei Schritte der Gewissenserforschung: Vor dem Angesicht Gottes, des unbedingt Liebenden, sich seinen Verfehlungen stellen, die grundlose Vergebung gegen alle Logik akzeptieren und die Dankbarkeit in den Wunsch oder zumindest die Bereitschaft verwandeln, selber dem anderen, der gegen alle Logik um Vergebung bittet, diese auch zu schenken.


Dann ist die Vater-unser-Bitte in Erfüllung gegangen.

 


(Diakon Dr. Andreas Bell)