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Gottesdienste für Kinder

Kinderkirche Familiengottesdienst

Kindertreff am Samstag

jeden Samstag

10:00 bis 12:00 Uhr

im Pfarrheim, Höhestr. 12
51399 Burscheid

Info und Anmeldung bei:

Ursula Holtzmann

tagsüber:
Tel. 02 14 - 3 02 66 32

abends:
Tel. 0 21 74 - 6 10 37

15. Sonntag im Jahreskreis

An jenem Tag verließ Jesus das Haus und setzte sich an das Ufer des Sees. Da versammelte sich eine große Menschenmenge um ihn. Er stieg deshalb in ein Boot und setzte sich; die Leute aber standen am Ufer. Und er sprach lange zu ihnen in Form von Gleichnissen.
Er sagte: Ein Sämann ging aufs Feld, um zu säen. Als er säte, fiel ein Teil der Körner auf den Weg, und die Vögel kamen und fraßen sie.
Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war; als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte.
Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen, und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat.
Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden und brachte Frucht, teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreißigfach. Wer Ohren hat, der höre!


Da kamen die Jünger zu ihm und sagten: Warum redest du ihnen in Gleichnissen? Er antwortete: Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Himmelreiches zu erkennen; ihnen aber ist es nicht gegeben. Denn wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch genommen, was er hat. Deshalb rede ich zu ihnen in Gleichnissen, weil sie sehen und doch nicht sehen, weil sie hören und doch nicht hören und nichts verstehen. An ihnen erfüllt sich die Weissagung Jesajas: Hören sollt ihr, hören, aber nicht verstehen; sehen sollt ihr, sehen aber nicht erkennen. Denn das Herz dieses Volkes ist hart geworden, und mit ihren Ohren hören sie nur schwer, und ihre Augen halten sie geschlossen, damit sie mit ihren Augen nicht sehen und mit ihren Ohren nicht hören, damit sie mit ihrem Herzen nicht zur Einsicht kommen, damit sie sich nicht bekehren und ich sie nicht heile. Ihr aber seid selig, denn eure Augen sehen und eure Ohren hören. Amen, ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte haben sich danach gesehnt zu sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.
Hört also, was das Gleichnis vom Sämann bedeutet. Immer wenn ein Mensch das Wort vom Reich hört und es nicht versteht, kommt der Böse und nimmt alles weg, was diesem Menschen ins Herz gesät wurde; hier ist der Samen auf den Weg gefallen.


Auf felsigen Boden ist der Samen gefallen, der das Wort hört und sofort freudig aufnimmt, aber keine Wurzeln hat, sondern unbeständig ist; sobald er um des Wortes willen bedrängt oder verfolgt wird, kommt er zu Fall.
In die Dornen ist der Samen bei dem gefallen, der das Wort zwar hört, aber dann ersticken es die Sorgen dieser Welt und der trügerische Reichtum, und es bringt keine Frucht.
Auf guten Boden ist der Samen bei dem gesät, der das Wort hört und es auch versteht; er bringt dann Frucht, hundertfach oder sechzigfach oder dreißigfach.

Siehe Bibeltext!

Gleichnisse sind eine schöne Form, den Glauben zu verkünden, zugleich auch eine sehr geschickte. Denn Gleichnisse zaubern ein Bild in unsere Köpfe, und das Bild kann man sich besser merken und auch nach einiger Zeit noch anschauen und darin Details entdecken, die sich um die Worte herum gebildet haben. Das wusste auch Jesus, und daher konnte er in schlichter Alltagssprache etwas Kompliziertes ausdrücken, wenn er in Gleichnissen redete.
Worum geht es in diesem Gleichnis? Es geht um die Glaubensverkündigung, also wenn ein Mensch einem anderen Menschen aufdeckt, dass er in Wahrheit ein unendlich geliebtes Kind Gottes ist und sich immer auf diese unbedingte Liebe verlassen kann, egal was auch passiert. Das verkündete Jesus und die Kirche tut es noch heute, aber seit zweitausend Jahren mit eher wechselndem Erfolg. Warum nur?
Manch einer hört das Evangelium von Gottes bedingungslos geschenkter Liebe eher distanziert. Gerade Erfolgsmenschen können manchmal mit Liebe nicht viel anfangen. Sie haben keine Erfahrung darin, einfach so geliebt zu werden, ganz ohne Vorleistung. Sie hören das Evangelium, und es rauscht an ihnen vorbei wie eine unbekannte Fremdsprache.
Manch einer hört das Evangelium, aber versteht nicht, dass es ganz unvergleichlich ist. Er findet es wohltuend oder erfreulich oder verwechselt Liebe mit einem bloßen Gefühl, aber begreift nicht, dass die Frohe Botschaft unserer Geborgenheit in Gott das einzige ist, was im Leben und im Sterben Bestand hat und trägt. Nichts anderes vermag das.
Manch einer hört und versteht Gottes Wort, aber er lässt sich nicht darauf ein. Er hält sich die Liebe Gottes auf Distanz und ist wie einer, der unter der Dusche einen Regenschirm aufspannt. Dieser Glaube trägt nicht, und dieser Mensch bleibt in seiner Angst um sich.
Und manch einer hört und versteht die Botschaft von unserer letzten Wahrheit und begreift, dass uns nichts und niemand aus der Gemeinschaft mit Gott herausreißen kann. Und wer das mit dem Kopf versteht und mit dem Herzen annimmt und ganz an sich heran lässt, der wird zu einem neuen Menschen. Voller Lebendigkeit und Zuversicht, aber auch voller Mitgefühl und Hingabe. Und er bringt mit seinem Leben Früchte hervor. Jeder die eigenen, wie er gerade kann.


(Diakon Dr. Andreas Bell)